Auf meinem Weg - Mein Leben als Suchtkranker

Ralf P.

Auf meinem Weg - Mein Leben als Suchtkranker; in einem Gedicht verfasst

 

Ich war auf keinem guten Weg,

war so müde, war so träg.

War ohne Hoffnung, ohne Licht,

ohne Kraft und ohne Zuversicht.

War so schon lange unterwegs,

nur der Gleichbetroff’ne, der versteht’s.

 

War so einsam, so allein,

wahrte immer nur den Schein.

Wollte nie etwas versäumen,

lebte jedoch nur in meinen Träumen.

War so hoffnungslos verloren,

zum Verlieren nur geboren.

 

Hab mich durch Alkohol, durch Spiel und Drogen,

mich durch den Rausch der Wirklichkeit entzogen.

War am Verzweifeln, am Verzagen,

konnt dieses Leben nicht mehr ertragen.

Trieb die Sucht mich immer tiefer ins Verderben,

wollt nur noch Ruhe, wollte sterben.

 

Doch hat in tiefer, dunkler Nacht,

noch jemand über mir gewacht.

War schweißgebadet, lag am Boden,

hat Gottes starke Hand, mich in Liebe von dort aufgehoben.

Hörte leise erst ein Flüstern, sah am Horizont ein kleines Licht,

spürte wieder Hoffnung, Kraft und Zuversicht.

 

Eine Reise in ein neues Land begann,

auf der die Zeit nun viel zu schnell verann.

Konnt ich jetzt endlich leben, lachen, fühlen, spür’n,

tief in meinem Inneren mich selber lieben und berühr’n.

Kann ich jetzt endlich glauben und vertrau’n,

mit neuem Lebensmut auch in die Zukunft schau’n.

 

Bin jetzt auf einem guten, gnadenreichen Weg,

der unter Gottes Liebe, und seinem Segen steht.

Viele Freunde begleiten mich schon lange, lange Zeit,

sind zum Teilen von Erfahrung, Kraft und Hoffnung mit mir bereit.

Bin niemals mehr alleine unterwegs,

nur der Weggefährte, der versteht’s.