Die Geschichte der GA-Stockelsdorf

Thomas B.

Die Geschichte der GA-Stockelsdorf

 

Geschichte  GA Stockelsdorf 

 

Diese Gruppe wurde am 12.10.1999 ins Leben gerufen. Die Gründer dieser Gruppe hatten über Jahre andere Gruppen in Lübeck und Umgebung besucht, und entschlossen sich das Angebot an Selbsthilfegruppen für Spielsüchtige zu erweitern.

 

Durch die Mithilfe der Gemeinde Stockelsdorf ist es gelungen im Jugendzentrum geeignete Räume zu bekommen, um anderen Spielern zu helfen, bei der Genesung von der  Spielsucht. Ein ganz besonderer Dank dem Mitarbeitern im Jugendzentrum, die uns immer mit Rat und Tat unterstützen. 

 

25 Jahre  GA Lübeck  und Umgebung   

 

VORWORT 

 

Mein Name ist Thomas, ich bin Spieler. Als ich vor 25 Jahren in die Selbsthilfegruppe kam, hätte ich nie daran gedacht, das ich das hier einmal schreiben werde, da ich nicht davon überzeugt war, so lange in diese Gruppe zu gehen, geschweige anderen zu helfen, bei ihren Problemen.

 

Vor 25 Jahren begann etwas mit mir, eine Wandlung hin zum spielfreien Leben, zu einem zufriedenen Leben, dies und vieles andere mehr noch, verdanke ich der GA Gemeinschaft, die mir gezeigt hat aufzustehen, mir Mut gemacht hat, etwas für mich und meine Genesung zu tun, und auch den vielen anderen Spieler/innen zu helfen die in ihrer ausweglosen Lage in diese Gruppen kamen, und um Hilfe baten.

 

Die nachfolgenden Seiten geben einen kleinen Einblick, was so geschehen und erlebt wurde, innerhalb und außerhalb dieser Gruppe.

 

Mein Dank geht an alle Spieler/ innen die mir in dieser und in anderen Gemeinschaften geholfen haben. 

 

Thomas B.         Oktober  2007 

 

 

Am  14. Oktober 1982, um 19:00 Uhr im Jugendzentrum, fand das erste Treffen der Selbsthilfegruppe (AS) Anonyme Spieler statt, in dem Raum „DER TIP“.

 

Horst, gründete diese Gruppe, da er erhebliche Probleme mit dem Glücksspiel hatte. In einer Radiosendung, wurde auf die Probleme des Glücksspiels eingegangen, und es wurde darauf hingewiesen, dass es eine Gruppe in Tostedt gibt,  für  Spieler. Horst  nahm  Kontakt  zu  dieser  Gruppe auf, in der er eine Spielerin (Maria)und einen Alkoholiker (Peter)vorfand, sowie weitere Spieler. 

 

Soweit ich mich erinnere, war das die erste Gruppe in Deutschland. 

 

Die Freunde dort, insbesondere Peter, hatten Kontakt aufgenommen zu den GA Gruppen in Amerika, er besorgte und übersetzte die ersten Schriftstücke der GA Literatur, und stellte sie den anwesenden Freunden zu Verfügung. 

 

Für Horst wurde der Weg nach Tostedt immer beschwerlicher, und durch die Gespräche mit Peter, kam er auf die Idee, eine eigene  Gruppe zu gründen in seiner Umgebung.  So machte sich Horst auf, Räume zu finden, und schrieb diverse Briefe an die Hansestadt Lübeck, mit der Bitte um Unterstützung, zur Gründung einer Selbsthilfegruppe der Anonymen Spieler. 

 

Horst informierte auch die Presse über sein Vorhaben, und schrieb:

 

„SPIELAUTOMATEN  KÖNNEN SO SCHLIMM  WIRKEN  WIE AOLKOHOLISMUS“ 

 

Seine Geschichte in der Tageszeitung, kam für mich selbst wie ein Geschenk, da ich auch wie Horst erhebliche Probleme mit dem Spielen hatte. Ich nahm diese Geschichte zum Anlass diese Gruppe zu besuchen, da alle meine Selbstversuche mit dem Spielen aufzuhören, keinen Erfolg brachten.

 

Es hat mich sehr viel Überwindung gekostet, den Raum zu betreten, da ich sehr viel Angst hatte, vor dem was und wer mich dort erwartet. 

 

Zu dem ersten Meeting, kamen vier  Spieler und zwei Angehörige. Horst übernahm in erster Linie das Gespräch,  und klärte alle Anwesenden über seine Lage auf, und wie er sich eine solche Gruppe vorstellt, und wie man mit Hilfe dieser Gruppe das Spielen aufgeben kann.

 

Nach einigen Abenden, konnten die Anwesenden über die ersten Erfahrungen berichten, wie sie das Spielen und die anderen Probleme in den Griff bekommen möchten. Nachdem das Meeting und die Gruppe bekannter wurde, kamen auch Neue Freunde in diese Gruppe, die wie wir, alle am Ende waren.

 

Peter aus Tostedt besuchte einige Male die Gruppe, und er brachte seine Erfahrungen mit in diese Gruppe ein,  und er stellte auch seine Übersetzten Schriften aus der GA Literatur, der Gruppe zu Verfügung. Der erwartete Erfolg, durch die Literatur blieb erst einmal aus. Ein AA Freund, der auch zu uns in die Gruppe kam, erzählte uns über seine Probleme, mit der AA Literatur, und riet uns geduldig zu sein und keine Wunder  zu erwarten. Wir alle spürten, das die Erfahrungen von diesem AA Freund sehr viel ausmachten, und uns noch sehr hilfreich sein werden.

 

Von ihm bekam ich damals, das kleine Faltblatt „ Gestern-  Heute- Morgen“, welches ich nun ständig bei mir trug.  Ein kleines Werkzeug auf dem Weg der Genesung. 

 

Erfreulich war zu hören, dass sich  weitere Selbsthilfegruppen im Norden Deutschlands gegründet hatten. 

 

Da auch Angehörige, das Meeting besuchten, die Gruppe war damals noch offen, schlossen sich zwei Angehörige zusammen und gründeten eine eigene Selbsthilfegruppe für Angehörige von Spielern, den der kleine Raum drohte oft zu platzen.

 

Er bestand aus einer Couch und vier Stühlen, in der Mitte ein kleiner Tisch, so um die 12qm groß.

 

Ende des Jahres 1983, hat sich ein fester Gruppenstamm gebildet, der sich sehr regelmäßig traf. Es wurde nun auch ein Gruppensprecher gewählt, sowie ein Kassenwart, der die freiwilligen Spenden verwaltet.

 

Der Ansturm auf die Gruppe wurde größer, da auch die Medien sehr oft von gehscheiternden Menschen  berichten, die mit dem Glücksspiel sich und ihre Familie in den Ruin trieben.

 

Es kam auch mal ein Fernsehteam,  vom NDR zu uns und filmte einen nachgestellten Meetingablauf, ohne unsere Gesichter zu zeigen.  

 

Wir suchten uns daher einen Neuen Raum, der kleine hielt dem Ansturm nicht mehr stand.

 

Erfreulich war auch, dass die Angehörigengruppe sehr stabil war. So vergingen einige  schöne Jahre im  Burgtor.  Nach einigem Suchen fanden wir ein Neues Domizil, um Jugendzentrum „Burgtor“.  Wir erlebten nun einen Boom, und das Meeting war oft mit bis zu 18 Freunden/innen gefüllt. 

 

1985, fand das erste nationale Treffen der Anonymen Spieler in Bremen/Langwedel statt, an dem  auch aus unserer Gruppe Freunde  teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die Gründung einer zentralen Kontaktstelle, die von nun an in Hamburg geführt werden sollte.

 

Ich erinnere mich gern  daran,  waren  doch ca. 50 Personen anwesend, die alle das gleiche Problem hatten, und sich nicht einig wurden. Welche „Macht“ da am Werken war? 

 

Die Zahl der Teilnehmer in der Angehörigengruppe schrumpfte erheblich, da viele Angehörige am offenen Meeting teilnahmen, da sie der Meinung waren, dem Spieler zu helfen, und nicht sich selbst. 

 

Der Spielergruppe ging es gut, doch mit der Zeit, fanden auch hier die Machtspiele an zu wirken. Es kam zum Teil zu heftigen Streitgesprächen. Siegfried und ich selbst entschlossen sich daher, eine neue Gruppe zu gründen, nur für Spieler/innen. Nach einem glücklichen Zufall, fanden wir im AOK

 

Gesundheitszentrum einen Raum.

 

Das erste Meeting fand dort am 13. 1. 86 statt (Montag). Somit hatten wir nun in Lübeck drei Gruppen, eine am Montag (für  Spieler) und eine am Mittwoch (Offen), und für Angehörige.

 

Ganz wohl war mir nicht bei der Sache, eine neue Gruppe aufzubauen, da sich die Freunde von mir im Stich gelassen gefühlt hatten. Heute glaube ich, dass ich vor der Auseinandersetzung mit den anderen, lieber die Flucht eingeschlagen habe. 

 

Am Anfang kamen noch nicht viele in  die Neue Gruppe, dies änderte sich, nachdem in einer Tageszeitung ein Bericht über die Gruppe abgedruckt wurde, und auf die Problematik des Glücksspiels hingewiesen wurde. 

 

Die Mittwochsgruppe hatte Probleme, und aus dieser Gruppe kamen nun auch viele in das Meeting der AOK am Montag, so ging es der Mittwochsgruppe mehr schlecht als recht. Dieser Zustand dauerte ca. 8 Monate an, Günther war oft allein im Meeting, und alle glaubten, das er das Handtuch wirft – er tat es nicht, und er machte weiter, für die wenigen die am Mittwoch kamen. 

 

Anfang des Jahres 1987, richteten wir einen Telefondienst ein, im „TIP“. Dieser Dienst, war jeden Mittwoch ab 18 Uhr besetzt, und es war sehr erfreulich, dass sich Freunde fanden für diesen Dienst. 

 

Wieder an der alten Wirkungsstätte, wo alles mal angefangen hat, im Tipp. 

 

Weiter versuchten wir eine Gruppe in der JVA von Lübeck aufzubauen, da von dort aus,  Kontakt zu uns aufgenommen wurde. Peter und Reinhold übernahmen diese Arbeit, die leider nach zwei Monaten eingestellt wurde, da die Resonanz nicht vorhanden war, für ein ständiges Meeting. 

 

Nachdem uns Gerd Meyer besuchte, zwecks einer Bundesweiten Untersuchung über Spielerselbsthilfegruppen, stieg  die Zahl der hilfesuchenden in allen Gruppen an.

 

Es war sehr erfreulich, nachdem es zeitweise doch schlecht aussah, erfreute man sich der steigenden Teilnehmerzahl, es machte Mut, weiter an dieser Sache zu arbeiten. 

 

Mitte des Jahres 1988, ging es  der Angehörigengruppe im Burgtor besser und die Gruppe, parallel zu dem Mittwochsmeeting, lief gut. Da einige kleine Aktionen geplant waren, setzten wir uns alle in Arbeitsmeetings zusammen, um diese Dinge gemeinsam zu besprechen. Nach kurzer Zeit, gründeten wir auch eine Landesgruppe  (heute Regionalgruppe),  die sich aus Elmshorner und Lübecker

 

Freunden zusammensetzte. Hier entstand auch die Idee, eine Gruppe in Wahlstedt/Segeberg zu gründen, leider wurde die Gruppe, nach nur wenigen Monaten wieder aufgegeben.

 

Manchmal war es deprimierend, da unsere guten Versuche, keine Früchte getragen hatten, es mangelte oft an der Bereitschaft. 

 

Im März 1989, organisierten wir  ein Treffen aller Gruppen aus dem Norddeutschen Raum. Wir konnten im  „Zentrum“ in der Mengstrasse, 20 GA Gruppen und 4 Gam Anon Gruppen begrüßen, auch wenn es teilweise sehr eng war, haben die 90 Anwesenden ihre Erfahrung in den Meetings ausgetauscht.

 

Ich erinnere mich, gern daran, es war zu klein, aber gemütlich, mit so vielen Freunden hatte man nicht gerechnet. Allein durch die Vorbereitungen, haben viele von uns neue Erfahrungen gewonnen. Es gab Gulasch und Kaffee satt. Ein schönes Treffen. 

 

Positiv war, dass danach ein reger Erfahrungsaustausch stattgefunden hat, zwischen den einzelnen Gruppen und Freunden. 

 

Zum Ende des Jahres zogen wir mal wieder um, das „Zentrum“ in der Mengstrasse  wurde nun unser neues Heim, für alle Gruppen, Montag, Mittwoch, Angehörige.  Es gab dadurch erhebliche Probleme uns zu finden, über die Medien und  Beratungsstellen versuchten wir den Umstand zu ändern, so das uns Neue auch finden. Es gelang nur zum Teil,  viele kamen zu den alten Adressen. Den Gruppen ging es durchwachsen, der Besuch schwankte und die Dienste, wurden oft nicht ernst genommen, von den einzelnen Freunden. 

 

Erstmals tauchen massive Probleme auf, Müdigkeit in den Gruppen macht uns zu schaffen, einige Freunde geben ihre Dienste auf, Neue finden sich nicht, und in der Regionalgruppe spürt man deutlich das gleiche Verhalten. 

 

Ich, Thomas, versuchte nach der Sommerpause 1990 die anfallenden Arbeiten zu erledigen, habe aber festgestellt, dass alle sich dadurch noch mehr zurückziehen, und ich kein gutes Gefühl dabei hatte, da ich sowieso das meiste in der Gruppe machte.

 

Thomas legt seine Dauer- Ämter (Dienste) nieder, dadurch waren die Gruppen gefordert, Abhilfe zu schaffen. Es wurde in einigen Arbeitsmeetings besprochen, und man einigte sich darauf, die anfallenden Arbeiten auf viele Schultern zu verteilen, so wie es auch  in unseren Broschüren steht, nicht das einer für alles verantwortlich ist. Es gelingt, und das auch für einen längeren Zeitraum. 

 

Sehr tragisch, ist für die Gruppe, der Verlust von unserem lieben Freund Peter, der nach einem Krebsleiden verstorben ist, sein Geist lebt in der Gruppe weiter. Viele von uns erinnern sich, an die gute Hilfe die er uns allen gegeben hat.

 

Es war schon schlimm, ein Hüne von Kerl, ein guter Freund, immer ein Spruch parat, immer ein Lachen im Gesicht, seine Erfahrungen waren sehr viel für mich wert. Ein Spruch von ihm, der auch heute noch in den Gruppen erzählt wird: „Ich bin nicht hier in der Gruppe wegen meinem Fußpilz- sondern weil ich Spieler bin“ 

 

Die Gruppe plante, an einer Suchtveranstaltung mitzuwirken, und unsere Arbeitsmeetings laufen wieder sehr gut. Die geplante Veranstaltung, findet in einer Kirche statt, wo auch andere  Selbsthilfegruppen und Organisationen mitwirken, und wo sich die Besucher über die einzelnen Gruppen und Angebote in Lübeck  informieren können.  Einige von uns waren der Meinung, dass wir dies öfter machen sollten, um so noch mehr auf uns aufmerksam zu machen. 

 

Wie in jedem Jahr, seit 1984, fand auch in diesem Jahr in Kleve ein nationales Treffen aller Gruppen statt, an dem Freunde aus der Lübecker Gruppe teilnahmen. Auf diesem Treffen erklärten wir uns bereit, das nächste Treffen auszurichten, im Hinblick auf das zehnjährige Bestehen der Lübecker GA. Mit dieser Botschaft fingen wir im Frühjahr 92 an, uns mit der gesamten Gruppenstärke hinter dieses Projekt zu stellen.

 

Ein Abendteuer begann. Nachdem, ich  schon  bei vielen D-Treffen und Arbeitstreffen  anwesend war, ist dies ein Höhepunkt, ein solches Treffen selbst mitzugestalten und vorzubereiten, eine ganz Neue Erfahrung, ein tolles Gefühl. 

 

Für uns als Gruppe war dieses D- Treffen eine schöne Erfahrung, Gastgeber zu sein für so viele Freunde, es waren ca. 130 gekommen, sogar aus Schweden und Kanada, waren Freunde anwesend. Die Meetings waren gut gefüllt, und das, obwohl sich nur noch wenige aus der Gruppe an den Vorbereitungen beteiligt hatten, war es ein gutes Treffen zum  10 jährigen Jubiläum der Gruppe aus Lübeck.

 

Für mich war es schlicht ergreifend, so viele Freunde und die Freude zu spüren in dieser Gemeinschaft. 

 

Im Frühjahr 1993 wurden wir als Gruppe gefragt, ob wir in eine Lübecker Berufsschule gehen, und dort an einer  Suchtwoche teilnehmen würden. Dies fanden wir in Ordnung, da auch andere Anonyme Gruppen daran teilnahmen. Freunde aus der Gruppe gingen freiwillig in die Schulklassen und berichteten über ihre Krankheit und den Genesungsweg.

 

Wie in fast jedem Jahr, bleiben Freunde weg, doch die alten und neuen Freunde versuchen so gut es geht, die Gruppe am Leben zu erhalten. Leider sieht es im Mittwochsmeeting nicht mehr so gut aus, da dort sehr viele Freunde nicht mehr kommen, Torsten gibt die Gruppe auf, und kommt nicht mehr. Bei den Angehörigen sieht es nicht besser aus,  Marion hat keine Lust mehr ständig alleine dort zu sitzen, und als eine Beratungsstelle zu fungieren, auch hier ging die Gruppe ein.

 

Schade, aber es ging nicht mehr weiter am Mittwoch und bei den Angehörigen sämtliche Versuche schlugen fehl, die Gruppen am Leben zu erhalten. 

 

Noch in den ersten Wochen des Jahres 1994 spüren wir eine Steigerung, wir haben nur noch eine Gruppe am Montag, und diese wird mit Leben gefüllt, dies tut allen gut. Die Dienste werden gut verteilt und jeder bemüht sich dabei. Mitte des Jahres kommen Gerüchte auf, - das „Zentrum“ soll geschlossen werden-, da die Stadt sparen muss. Es werden Gespräche mit dem Leiter der Einrichtung

 

geführt, der aber die Gerüchte bestätigt. Trotzdem hoffen wir dass sich das Blatt noch wendet, und wir  im Zentrum bleiben können. Ein Gruppenmitglied brennt mit der Gruppenkasse durch, und  auch nach etlichen Versuchen ihn zur Rückkehr zu bewegen, mit oder ohne Geld, bleibt er der Gruppe fern.

 

Hier wurden schlicht weg  Fehler gemacht, dem Freund wurde zu viel Vertrauen geschenkt, und es hätte öfter die Kasse geprüft werden müssen. 

 

Im Herbst stellt sich heraus, dass wir die Räume im Zentrum nicht mehr nutzen können, und wir von einem Tag auf den  anderen vor der Tür sitzen. Roswitha, setzt sich sofort ein, und ruft noch  während des Meetings, den Pastor ihrer Gemeinde an, und dieser sagt uns prompt zu, so dass wir für den Montag einen Raum in der Paul- Gerhard Gemeinde bekommen. So zogen wir ein weiteres Mal

 

um. Durch diesen urplötzlichen Umzug verloren wir etliche Freunde, und viele Neue fanden uns nicht mehr, obwohl wir bemüht waren die Medien zu nutzen, gelang es uns nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. 

 

Unsere Regionale Zusammenarbeit läuft  Anfang 1994 wesentlich besser, es werden Neue Freunde für die Regionale Arbeit gewonnen. Leider kommt in der Montagsgruppe nun auch der Neu gewählte Kassenwart nicht mehr, und die Probleme scheinen sich zu wiederholen,  auch etliche Briefe und Versuche das Geld zu bekommen bringen nichts ein. Ein weiteres Problem taucht auf, da wir für die Räume in der Gemeinde Miete  zahlen müssen (15 DM pro Meeting), Einigkeit ist vorhanden das Geld aufzubringen. Innerhalb der Gruppe finden sich Freunde, die dies Sponsern. Michael S., der Gruppensprecher versucht daher in anderen Kirchengemeinden Räume zu bekommen.

 

Nach einigen Wochen findet er welche in der Wichern Gemeinde in Moisling. Wir überlegen auch, ob wir das Meeting in der Paul- Gerhard Gemeinde als zweites Meeting weiterlaufen lassen. Diesen Gedanken, lassen wir fallen, und ziehen Ende des Jahres erneut um, nach Moisling in den Mühlenweg. Der Weg in die Öffentlichkeit, hat Erfolg, und wir stehen mit dem Ort und Termin in der

 

Zeitung. Es gibt wie schon so oft Probleme uns zu finden, da viele noch die alten Adressen bekommen (Burgtor, AOK, Zentrum). 

 

Wieder ein Umzug, der uns nicht gut tut als Gruppe, da viele Freunde wegbleiben, Neue kommen gar nicht...... 

 

Das Jahr 1996 beginnt nicht so gut, Dienste und Besuch lassen stark nach. Es finden sich hin und wieder Freunde, die bereit sind Dienste zu übernehmen, und sei es nur das Kaffee kochen, oder abwaschen nach dem Meeting. Michael ist oft beruflich verhindert, er gibt seinen Dienst auf, dies ist ein Problem da kein anderer Freund den Gruppensprecher machen möchte. Somit sind wir eine Zeit

 

lang ohne Gruppensprecher, Thomas übernimmt  kurz danach dies, bis sich jemand Neues findet.

 

Wie so oft erholt sich die Gruppe, es bildet sich ein fester Gruppenstamm, und die Dienste  werden wieder neu besetzt.  Leider müssen wir den Raum im Mühlenweg aufgeben, doch die Gemeinde  stellt uns einen anderen im Reußkamp zu Verfügung, den wir dankend annehmen. So hoffen wir dass es wieder aufwärts geht, und viele Neue Freunde den Weg zu uns finden. 

 

Der Gruppe geht es gut, 1997 war nichts besonderes,  außer das wir zum Ende des Jahres eine kleine Feier planten, wo wir das Jubiläum, „15 Jahre GA Lübeck“ feiern werden. Dies haben wir nach dem Deutschlandtreffen in Hamburg gemacht. Die Feier  haben wir auf der jährlichen Weihnachtsfeier, die wir immer zusammen mit den Elmshornern Freunden  machen, veranstaltet. Es wurde viel geredet und man hat sich gefreut mit allen daran teilgenommen zu haben.

 

15 Jahre eine unglaubliche Zeit, etwas wovon ich dachte es nie zu erreichen. 

 

Wie in den vielen Jahren tauchen alte und neue wieder in der Gruppe auf. Es gibt der Gruppe  Neue Impulse, und lässt hoffen für die Zukunft. Neue Erfahrungen werden in der Gestaltung des Meetings gemacht, sowie in der Arbeit nach außen. Thomas erstellt ein Heft, das die Öffentlichkeit über uns und unsere Aufgaben informiert, sowie der Hinweis, wo es uns gibt. Die Suchtwoche in der Schule, war wieder ein Erfolg, Thomas, Michael und Albert haben diese Arbeit gern gemacht. Die Gruppe wird stärker, nicht nur in der Anzahl, sondern auch das GA Programm rückt in den Vordergrund. Wir sind überrascht, und viele sind überfordert mit dieser Situation. Es kommen viele Neue, die unsere ganze Aufmerksamkeit fordern, nur die wenigen „trockenen Spieler“ schaffen diesen Ansturm nicht. Es scheint sich alles gegen diese Freunde zu richten, doch Geduld und Ausdauer brachten hier den Erfolg. Alles läuft zur Zufriedenheit der Mitglieder in der Gruppe.

 

Gut zu wissen, dass man nie allein ist in der Gruppe, es kommen viele Neue, es macht richtig Freude zu sehen, das man genesen kann. 

 

In den Räumen im Reußkamp, läuft die Gruppe recht stabil, mal mehr und mal mit weniger Erfolg, das liegt in erster Linie daran, das ein ständiger Wechsel in der Gruppe vorhanden ist, und die konstante Teilnahme bei einigen Freunden nicht gewährleistet ist, durch private und berufliche Angelegenheiten. Es herrscht manchmal Unruhe in der Gruppe, meist durch Neue Freunde die die „Gruppe“ reformieren wollen.

 

So war ich nach einer gewissen Zeit in GA  auch, alles passte mir nicht so wie ich es vorgefunden habe. Es war eine schwere Zeit, und viele Freunde gingen deshalb nicht mehr in das Meeting, unter anderem auch ich selbst. 

 

Leider kam soweit das sich Freunde von der Gruppe in Moisling trennten. Thomas und Michael bauten eine Neue Gruppe auf, sie kamen mit den anwesenden Freunden nicht mehr klar und waren der Meinung in der Neuen Gruppe mehr für ihre Genesung  zu tun. 

 

Thomas informierte sich in Stockelsdorf beim Jugendzentrum nach einem Raum. Nach ein paar Tagen bekam er eine positive Antwort. Nach einem Gespräch, begann hier am Dienstag, den  12.10. 99  um 20:00 Uhr ein Neues Meeting für Spieler, welches am Anfang aus drei Freunden bestand, doch nach einigen Infos in den Medien kamen auch viele Neue Freunde, die zum größten Teil noch in der Gruppe sind. Diese Gruppe lief bis heute sehr stabil, die Aufgaben wurden geteilt und alle hatten Freude in der Gemeinschaft.

 

Diesen Schritt hatte ich lange hinausgezögert, da ich die Gruppe am Montag nicht im Stich lassen wollte, viele sahen es als Flucht, doch meine Genesung lag mir sehr am Herzen, daher war es für mich das Beste. 

 

Kurze Zeit später, es nahm auch eine Angehörige am Spielermeeting teil, wurde parallel eine Angehörigengruppe (Gam Anon) gegründet, die es bis heute auch noch gibt, und in dieser Gruppe waren oft mehr Teilnehmer als wie in der Spielergruppe.  

 

Im Jahre 2002 hat sich unsere Gruppe mal wieder entschlossen ein D – Treffen auszurichten, dazu haben wir uns wieder die Jugendherberge in Neumünster ausgesucht, weil sie den Anforderungen entsprach, somit konnten wir im Oktober viele Freunde von GA und Gam Anon begrüßen, und feierten hier auch das 20 Jährige Bestehen der Gemeinschaft in Lübeck, ein Dank hier an die wenigen Helfer, Michael, Mario, Marion und ich, ohne die es nicht möglich gewesen wäre.

 

Einfach wunderbar, die Meetings gefüllt, mit Wärme und viel Hoffnung. 

 

Das Montagsmeeting lief nach Aussagen der Freunde weiterhin gut, und auch dort kamen Neue Freunde, auch übernahmen Freunde im Wechsel die Dienste und so vergingen viele schöne weitere Jahre. 

 

Auch hier gab es wieder mal ein Wechsel der Örtlichkeiten, die Montags-Gruppe zog um, wieder in das Jugendzentrum im Burgtor, auch eine alte Stätte die sehr vertraut ist. 

 

In den folgenden Jahren wuchs die Gruppe in Stockelsdorf an, so waren im Jahr 2003 achtundzwanzig Menschen in dies Gruppe gekommen, die für sich Hilfesuchten, einige von ihnen fanden diese  in der Gruppe, andere wiederum nicht. Zum Ende des Jahres fuhren einige aus der Gruppe zum D- Treffen nach Ortenberg, im Schwarzwald. 

 

Zum Anfang 2004 fand auch wieder eine Suchtwoche in der Berufsschule statt, auch hier fanden sich Freunde um diese zu begleiten mit ihren Lebensgeschichten. Bis zur Mitte des Jahres lief alles sehr gut, Neue Freunde fanden den Weg, alte blieben fern.

 

Auch bei den Angehörigen blieben oft Freunde weg, und es wurde der Rhythmus der Treffen verändert auf alle 14 Tage  (gerade KW), dies tat allen gut, und belebte oft die Meetings. 22 Freunde besuchten die GA Meetings im Jahr 2004. Es war ein gutes Jahr. 

 

Die ersten Monate im Jahr 2005 ließen hoffen, jedoch gab es einen kleinen Bruch, zur Mitte des Jahres, ab August erholte sich die Gruppe, und es gab Neue  Aufgaben  zu  bewältigen,  in  der Suchtklinik am Schweriner See, wo wir gemeinsam mit den HH Freunden ein Info Meeting durchführen, das mehrmals im Jahr stattgefunden hat, mit zum Teil großer Begeisterung, aber auch ganzkleinen Meetings, dies wurde in den weiteren Jahren ein fester Bestandteil, um die Botschaft weiterzugeben.

 

In Euskirchen zu diesjährigen D- Treffen fuhren wir auch wieder, mal mit dem Auto, schön zu sehen dass die Gemeinschaft lebendig ist. Das wird oft im örtlichen Meeting vermisst, von meiner Seite. 

 

Zum Ende des Jahres war es für mich noch einmal sehr emotional, da ich im November meinen 20. Trockengeburtstag  feiern durfte, zu dem auch einige Freunde sich auf den weiten Weg gemacht hatten.  DANKE  an alle von dieser Stelle aus.

 

Eine lange Zeit, immer 24 Stunden, nur für heute, es funktioniert. 

 

Im Jahre 2006 wurde es ruhiger in der Gruppe, die Gruppe lebt von den Stammbesuchern, wenige Neue (7), von denen aber einige blieben, der durchschnittliche Besuch lag bei 5 Personen, aber auch solche Phasen, können der Gruppe nichts anhaben. Sie lebt weiter.

 

In unserer Nähe, bei Hamburg fand das  D- Treffen statt, leider konnten nur zwei Freunde als Tagesgäste am Samstag aus beruflichen Gründen, teilnehmen, aber auch dieser Tag hat sich gelohnt, nach Aussage der Freunde. 

 

Suchtwoche in der Schule, Klinik in Schwerin, die Gruppe nimmt Aufgaben wahr, versucht die Botschaft weiterzutragen, so  auch  im  Jahr  2007,  einige  Freunde machen noch mehr, beteiligen sich an  überregionalen Diensten, die notwendig sind, um als Gesamtgemeinschaft eine  Botschaft zu vermitteln, Literatur, Lebensgeschichten, werden gesammelt, und nicht nur hier in Deutschland,

 

sondern gerade in den USA, die in diesem Jahr ihr 50 jähriges Bestehen feiern werden, einige Freunde haben u. a. auch hier ihre persönliche Geschichte weitergegeben. 

 

Die Übersetzung, dieser Geschichte ins Englische hat schon sehr viel Kraft gekostet. 

 

Michael, ein Mitglied aus der Dienstagsgruppe zieht weg, nach Augsburg, ist aber des Öfteren auch mal hier in Stockelsdorf im Meeting anzutreffen, was uns alle freut.  Es sei auch erwähnt, dass Sven auch immer einen langen Weg auf sich nimmt um in die Gruppe zu kommen, das zeigt allen die Gruppe hilft, ohne wird es schwerer.

 

Auch ganz alte „Hasen“ tauchen wieder auf, und so wird das Jahr 2007 sicher gut enden, und ganz besonders für einige Freunde die schon eine gewisse Zeit in die Gruppe gehen.

 

14. Okt.  2007,  25 Jahre gibt es nun diese Gemeinschaft, und sie hat alle Probleme und Schwächen überlebt, sie ist ein Teil geworden, von dem Ganzen, welcher  Im Jahre 1957 in den USA begann.

 

Zu diesem Jubiläum, kamen zu dem Offenen Meeting am 16.10. 2007, 19 Freunde in die  Gruppe in Stockelsdorf und feierten mit uns gemeinsam dieses schöne Ereignis, u. a. aus Lüneburg und Hamburg, sowie auch einige alte Freunde. 

 

Herzlichen Glückwunsch  

 

 

Zum Schluss 

 

Was habe ich nicht alles erlebt in dieser wundervollen Gemeinschaft, das was ich mir im Traum nie vorgestellt habe.

 

LIEBE       FREUDE       LEID       GENESUNG       MUT       GELASSENHEIT       NEID   STREIT       VERTRAUEN       HOFFNUNG   

 

Und vieles mehr noch. 

 

Für mich ist dieser Weg, den ich vor 25 Jahren eingeschlagen habe, in diesen GA Weg fast unerreichbar gewesen, da ich mein Leben nicht ändern wollte und konnte, das Spielen mit seinen Folgen hatte mich in seinem Bann. 

 

Diesen Bann zu brechen, verdanke ich mir selbst, und der GA Gemeinschaft, die mir immer gezeigt hat, vorgelebt hat, mich auf den Weg gebracht hat, so dass sich  dieser Weg  für mich lohnen wird, und  ich ein zufriedenes und glückliches Leben führen kann, mit der Hilfe der GA Gruppen und dem GA Programm – ohne wenn und aber. 

 

Mein DANK gilt allen Freunden/innen die mir dabei geholfen haben. 

 

Thomas B.      Oktober 2007