Lebensberichte

Volker

Rückblick eines Lebens, – Meines Lebens!

 

Ich bin Volker, bin seit gut 18 Monaten bei der GA-Offenburg, und besuche regelmäßig die Meetings.

Rückblick eines Lebens, – Meines Lebens!

 
Volker, ... Spieler, ... hoffnungslos, ... kraftlos. ... NEIN!!!


Mein Name ist Volker, Spieler.

Ich bin als Unternehmersöhnchen eigentlich ganz gut weg gekommen; immer schön behütet von Mama und Papa, die alles Unheil von mir nahmen, wuchs ich in einem Vorort von Lahr auf. In meiner Kindheit hatte ich nie Freunde. Ich war ein Einzelgänger, stets allein denkend und allein handelnd; kontrolliert von den Eltern. 

Mein Aussehen zu dieser Zeit entsprach auch dem eines nicht in die gesellschaftliche Norm passenden Menschen – Fett mit Segelohren!

Es kam die Schulzeit und ich nahm alles aus der Kindheit mit. Wenn man anders ist als die Norm, gibt es zwei Möglichkeiten: „Man ist stark, oder schwach!“

Das Letztere war das Meine. „Gelebte Schwäche", die von selbstbewussten Starken von nun an ausgenutzt wurde.

Demütigung, Prügel und Ausgeschlossenheit durchzogen meine Schulzeit. Ab und an hatte ich „gekaufte Freunde", die mir Zugehörigkeit suggerierten. Einen wahren Freund fand ich dabei nie.

Volker wurde 16 ...., hatte immer noch enorm abstehende Ohren und war nicht sehr athletisch. Mit den Kindheitserfahrungen und der Einzelgängermentalität, ohne Selbstachtung ging es auf Brautschau.

Das Dilemma war vorprogrammiert! Bei den Mädels hatte ich null Chancen, außer ich habe eingeladen und den Chauffeur gespielt; dann gab es mal ein Schmatz und eine gegaukelte Zuneigung. .
Ich war 18 Jahre, hatte schon ein Auto und alles, was Geld sonst so ermöglicht. Doch die zwischenmenschliche Seite war ein Schlachtfeld und in mir eine tiefe Leere. Es begann das Spielen –, ... wie und wann, kann ich noch nicht einmal mehr sagen. Das Spiel gab mir das, was mir fehlte. Es füllte die Lebenslücke in mir auf.

Spielautomaten waren fortan mein Lebensinhalt! An diesen Geräten konnte ich alle
Gefühlseindrücke erleben. Sie bescherten mir Siege und Wertgefühl, Aufmerksamkeit und Respekt von anderen. Die Spielgeräte waren wie eine Ersatzbefriedigung für meine Sinne. Verluste und Niederlagen wurden weggesteckt, denn man ist ja Mann.

Die Konten wurden leerer, das Geld immer knapper. Kontakte zu Außenstehenden weniger und weniger. Irgendwann kamen die lieben Eltern auf den Trichter, dass da was nicht stimmt. Ich wurde beobachtet und per Zufall kam es dann heraus. Die Folge: Eine heftige Streiterei! SPIELER! ZOCKER! – Vorwürfe und Unverständnis überhäuften den Volker, der in diesem Augenblick eher etwas anderes gebraucht hätte.

Du spielst nicht mehr! Dieser Satz meiner Mutter war bestimmend, so wie sie immer. Damit war das Thema gegessen und wurde at acta gelegt. Fertig? ... leider nicht.


Die seelische Ruine Volker spielte weiter, wurde älter und älter; hatte dann auch irgendwann mal Sex; hatte dann auch mal ein Kind gemacht, und, und, und, .... Es starb der herzlich geliebte Vater; es starb die herrschende, ungeliebte Mutter. Somit stand der Volker alleine da.


Inventur: Alleine, spielsüchtig, vermögend, ohne Selbstvertrauen. Notstopp – CUT!

 

Vielleicht brauchte es das alles, um dahin zu kommen, wo ich jetzt stehe. Aber wo stehe ich jetzt? Ich bin 41 Jahre alt. Vor 18 Monaten ging ich zum erstenmal zu den Anonymen Spielern nach Offenburg. Warum? Siehe oben! Es hat klick gemacht! So geht’s nicht weiter. Zukunftsangst und Selbstmordgedanken kreisten um mich. Aufhören! Jetzt, oder nie ...!

 

Das erste Mal bei den „Anonymen"! Ich bin bei einer Sekte gelandet! Oh, Gott! ... Nein! ... Ich bin bei Gleichbetroffenen. Die sind nicht mehr und nicht weniger wie ich.

 

Ich habe Freunde gefunden. Ich werde respektiert. Ich bin ein Teil vom Ganzen. Bin Stark! –

Habe KRAFT und HOFFNUNG!!!

    

Ich Danke Euch.

Gute 24 Stunden, Volker